Kann der Chef Zutritt zum Homeoffice eines Angestellten verlangen?

Homeoffice, Segen oder Fluch? Diese Frage wurde in den letzten Monaten des Öfteren gestellt. Außergewöhnliche Zeiten benötigen bekanntlich außergewöhnliche Maßnahmen und plötzlich wird der Büroarbeiter zur Heimarbeit verdonnert. Doch ist das überhaupt erlaubt? Kann der Vorgesetzte von heute auf morgen den Arbeitsplatz umstrukturieren und plötzlich in die eigenen vier Wände des Arbeitnehmers verlegen?

Homeoffice – ein Geben und Nehmen im Auftrag der Firma

Chef Zutritt zum Homeoffice eines Angestellten

Vorab gesagt, niemand darf zu einer Ausgliederung gezwungen werden. Doch natürlich gibt es hier auch ein aber. Wenn es vertraglich im Vorfeld festgelegt wurde, dann gibt es hier kaum eine Chance auf ein Veto durch den Arbeitnehmer. In der aktuellen Ausnahmesituation ist Fingerspitzengefühl erforderlich.

Ist es aus gesundheitlicher Sichtweise klüger, das gilt für die gesamte Belegschaft, dann sollte der Arbeitnehmer diese Entscheidung mittragen. Hier gilt das Prinzip des Geben und Nehmens, ohne Arbeitsplatz kein Gehalt.

Darf der Chef unangekündigt plötzlich vor der Tür stehen?

Jetzt sitzt der Arbeitnehmer daheim vor dem Monitor und plötzlich klopft es an der Tür. Wie zu den besten Bürotagen steht der Chef im Türrahmen. Was nun? Reinlassen oder lieber nicht? Fakt ist, der Vorgesetzte hat ein Recht auf Zutritt. Und zwar aus einem bestimmten Grund. Der Arbeitsschutz ist hier ausschlaggebend, denn die Sicherheit muss auch im Homeoffice gegeben sein.

Und genau für diese Sicherheit ist der Arbeitgeber verantwortlich. Und genau diese Gefährdungsbegutachtung muss im durchgeführt werden. Der Arbeits- und auch Gesundheitsschutz ist verpflichtend einzuhalten.

Dann ist das Thema Datenschutz in der heutigen Zeit ein ebenfalls sehr sensibles Arbeitsgebiet. Liegen Kundendaten offen für andere Mitbewohner sichtbar herum? Auch das muss im Vorfeld überprüft werden.

Nimmt der Arbeitnehmer alle Gründe zur Hand, dann bleibt nur die eine Antwort: Ja, der Chef darf dem Mitarbeiter im Home Office einen Besuch abstatten. Hier geht es letztendlich noch nicht einmal um eine Kontrolle der Arbeit, sondern eher um die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben.

Die Rechte des Arbeitnehmers und Arbeitgebers im Homeoffice-Dienst

  • Der Arbeitgeber hat das Recht auf einen Besuch. Genauer definiert, er muss diesen sogar antreten, um die Arbeits- und Gesundheitsschutz zu kontrollieren.
  • Der Arbeitnehmer hat natürlich das Recht im Vorfeld einen Termin abzustimmen. Hier gilt klar das Hausrecht des Arbeitnehmers. Und handelt es sich um eine Wohngemeinschaft, dann müssten auch die anderen Mitbewohner ihre Zustimmung geben.
  • Auch unterliegt der Arbeitnehmer den gesetzlichen Arbeitszeiten. Sprich, auch die Pausenzeiten müssen eingehalten werden. Da darf der Mitarbeiter auch mal das Haus verlassen.
  • Natürlich hat der Arbeitgeber ein Recht auf Überprüfung der Arbeitsleistung. Sei es durch ein Onlineprotokoll oder ähnlicher Techniken. Doch spontan durch die Wohnungstür zu schreiten und die Stechuhr zücken, das geht nicht.
  • Es sollen Regeln für den Einsatz im Homeoffice vorgelegt werden. Klare Anweisungen und Absprachen sind nötig. Das bitte im Vorfeld, und zwar beidseitig. Der Arbeitnehmer kann und sollte Bedenken sofort äußern. Dann funktioniert auch ein Heimarbeitsplatz hervorragend.

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