Wer zahlt die Einrichtung beim Home Office?

Viele Arbeitnehmer in Deutschland befinden sich derzeitig im Home-Office. Häufig geschah dies sehr überraschend. Für viele Menschen ist das Arbeiten im eigenen Heim daher absolutes Neuland. Ausgelöst durch diese neue Situation haben sich auch viele Folgefragen entwickelt. So stellt sich die Frage, wer eigentlich die Einrichtung im Hone-Office finanzieren muss.

Mögliche Kosten beim Home Office

Wer zahlt die Einrichtung beim Home Office?

Durch das Arbeiten von zu Hause können einige Anschaffungen nötig sein. Dies kann die Anschaffung eines Druckers, eines Schreibtisches, eines Bürostuhls, eines Laptops oder die Anschaffung weiterer Gerätschaften sein. Damit der Arbeitnehmer auch in den eigenen vier Wänden effektiv arbeiten kann, kommen auf diese Weise sehr schnell relativ hohe Kosten auf den einzelnen Arbeitnehmer zu.

Dies kann sogar mit einer eventuell derzeitig notwendigen Kurzarbeit zusammentreffen. Unter anderem deshalb ist die Frage wichtig, wer eigentlich die Kosten hierfür zu tragen hat.

Wer kommt für die Kosten der Einrichtung auf?

Am einfachsten gestaltet sich die Antwort nach der Übernahme der Kosten, wenn diesbezüglich eine klare – schriftliche – Vereinbarung mit dem Arbeitgeber getroffen wurde. Auf diesem Wege lassen sich viele Probleme direkt zu Beginn vermeiden. Eine solche schriftliche Regelung bietet sich vor allem auch für die Rechtssicherheit an, da so (gerichtliche) Streitigkeiten verhindert werden können. Sollte eine solche Vereinbarung nicht bestehen, wird es komplizierter.

Grundsätzlich gilt der Merksatz „Ohne Arbeitsmittel keine Arbeit“. Kann der Arbeitnehmer aufgrund mangelnder Ausstattung nicht arbeiten, ist der Arbeitgeber dafür zuständig, entsprechende Mittel zu besorgen. Rechtsgrundlage hierfür ist der Aufwendungsersatzanspruch des § 670 BGB. Danach heißt es: „Macht der Beauftragte zum Zwecke der Ausführung des Auftrags Aufwendungen, die er den Umständen nach für erforderlich halten darf, so ist der Auftraggeber zum Ersatz verpflichtet.“

Sollte der Arbeitgeber also Aufwendungen tätigen, die im Interesse des Arbeitgebers sind, welche nicht durch die Vergütung abgegolten sind, ist er nach § 670 BGB zum Ersatz eben dieser Aufwendungen verpflichtet. In diesem Fall hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf Aufwendungsersatz gegen den Arbeitgeber.

Voraussetzung ist dabei jedoch, dass die Aufwendungen zwingend für die sachgerechte Durchführung der Arbeit notwendig sind. Weiterhin müssen die Aufwendungen auch im Interesse des Arbeitgebers erfolgen.

Sorgt der Arbeitgeber für einen Arbeitsplatz für den Arbeitnehmer und richtet sich dieser nun im eigenen Interesse einen Arbeitsplatz in den eigenen vier Wänden ein, kann der Arbeitnehmer keinen Aufwendungsersatz verlangen, da er nicht im Interesse des Arbeitnehmers handelt. Die allgemeine Situation muss dies jedoch auch zu lassen.

Zusammenfassung

Der Arbeitnehmer kann – sofern es im Interesse des Arbeitgebers erfolgt – die Kosten für die Einrichtung des Home-Office verlangen. Rechtsgrundlage hierfür ist § 670 BGB. Im Interesse aller Parteien empfiehlt sich eine schriftliche Regelung.

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